
Rinderzucht Austria: Mehr als 1.000 neue 100.000-Liter-Kühe
Im Kontrolljahr 2024 wurden in Österreich erstmals über 1.000 Kühe neu in den Kreis der sogenannten 100.000-Liter-Kühe aufgenommen, wie Rinderzucht Austria berichtet. Insgesamt erreichten 1.157 Milchkühe eine Lebensleistung von über 100.000 Kilogramm Milch – ein signifikanter Anstieg gegenüber dem Vorjahr (809 Kühe). Damit liegt der Anteil dieser Hochleistungstiere nun bei 0,6 Prozent aller kontrollierten Kühe (2023: 0,4 %).
Die Rinderzucht Austria, die jährlich besonders langlebige und leistungsstarke Tiere auszeichnet, sieht in dieser Entwicklung einen Erfolg gezielter Zuchtstrategien, kombiniert mit einem nachhaltigen Management. Die derzeitige durchschnittliche Lebensleistung aller Kontrollkühe liegt bei 33.284 Kilogramm Milch – um rund 750 Kilogramm mehr als im Vorjahr.
Ein Blick auf die Rassen zeigt, dass 69 Prozent der 100.000-Liter-Kühe dem Fleckvieh angehören, gefolgt von Holstein (19 %) und Brown Swiss (11 %). 2024 erreichte zudem eine weitere Kuh die Marke von 200.000 Kilogramm Lebensleistung: die Fleckviehkuh „Rille“ vom Zuchtbetrieb Christoph Poscher in Oberösterreich.
Neben den Einzeltieren wurden auch 17 neue Betriebe für ihre kontinuierliche Zuchtarbeit ausgezeichnet. Voraussetzung ist der Nachweis von mindestens zehn Kühen mit über 100.000 Kilogramm Lebensleistung. Insgesamt erhielten bisher 114 österreichische Betriebe eine derartige Auszeichnung. Die höchste Anzahl an 100.000-Liter-Kühen hält derzeit die Steinlechner Milch OG in Gilgenberg am Weilhart.
Auch bei den Fleischrindern würdigte die Rinderzucht Austria züchterische Lebensleistungen: 92 Tiere erhielten eine Auszeichnung für besondere Merkmale wie ein hohes Alter, regelmäßige Kalbungen und frühes Erstkalbealter.
Die Kennzahl der Lebenstagsleistung – Milchmenge geteilt durch das Lebensalter – stieg ebenfalls leicht an und beträgt aktuell durchschnittlich 14,2 Kilogramm Milch pro Lebenstag. Laut Rinderzucht Austria zeigen die aktuellen Zahlen eine stetige Entwicklung hin zu längerer Nutzungsdauer, verbesserter Tiergesundheit und nachhaltiger Leistung in der österreichischen Rinderzucht.“