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Unilever Austria Geschäftsführer Gerold Idinger © Unilever/Photo Simonis

interview: Robert Falkinger

REGAL im Gespräch mit Unilever Austria Geschäftsführer Gerold Idinger

Unilever: Starke Marken, Starker Partner

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Vegane und bewusste Ernährung, Convenience und Nachhaltigkeit sind für Unilever die großen Trendthemen der Zeit. Mittlerweile ist jedes fünfte Produkt im Bereich Foods ein veganes. Unilever Austria Geschäftsführer Gerold Idinger: „Mit unseren starken Marken liefern wir starke Antworten auf diese Trends und sind dadurch ein starker Partner für den Handel.“

Wie lief es 2022? 
Das Jahr 2022 war in Summe ein sehr herausforderndes und der starke Anstieg in allen Kosten-Bereichen war ein bestimmendes Thema, das uns auch noch einige Zeit begleiten wird. Wir sind mit unserem Portfolio sehr gut aufgestellt, können die verschiedensten Bedürfnisse der Konsumenten ansprechen und aktiv neue Segmente entwickeln. Das ist auch aktuell wichtiger denn je, denn starke Marken, die die relevanten Trendthemen ansprechen, sind auch in einer Krise die treibende Kraft der Kategorie-Entwicklung und liefern Mehrwert für den Handel.

Und bei Eis?
Für den Eis-Bereich äußerst wichtig ist auch, dass das Außer-Haus-Geschäft wieder zulegen konnte und wichtige Absatzkanäle wie die Gastronomie oder auch Schwimmbäder ein Comeback erlebt haben. Bei Eis konnten wir im Retail Bereich mit einem guten Sommer die starke Kategorie-Entwicklung der letzten Jahre bestätigen. Unsere Innovationen waren wieder sehr erfolgreich und haben die Kategorie belebt. Angeführt von den Magnum Remixes, die dank starker Werbe­unterstützung die Nr.1-Innovation im Impulsbereich wurden. Auch Cremissimo war wieder sehr erfolgreich. Ben & Jerry’s ist eine unserer absoluten Power Marken im Speiseeis-Bereich und hat die letzten Jahre sehr stark zugelegt.  Ben & Jerry’s ist auch eine Marke mit einer starken Nachhaltigkeitsagenda. Deshalb freut es uns auch, dass wir mit Tony’s Chocolonely eine Kooperation eingehen konnten. Im Sinne einer fairen Schokoladenproduktion bezieht Ben & Jerry´s ab jetzt seine Kakaobohnen nach den Sourcing Prinzipien der Tony´s Chocolonely Open Chain, einem Pioniermodell zur Beschaffung von Kakao. Um den Start der Zusammenarbeit zu feiern, bringen beide Unternehmen je eine Limited Edition heraus. Die erste ist Ben & Jerry´s „A Chocolatey Love A-Fair“ – eine Eiskreation, die sich am Rezept von Tony´s Karamell-Meersalz Schokolade orientiert und seit September erhältlich ist (inklusive einer veganen Variante). Eine absolute Top-Innovation, die sich auch sehr positiver Resonanz im Handel erfreut. Gleichzeitig sind unsere österreichischen Klassiker Jolly und Twinni nach wie vor die umsatz- und absatzstärksten Varianten im LEH. 

Wie zeigt sich die Körperpflege nach Corona? 
Im Körperpflegebereich sind nach den Pandemie-Jahren die Pflegeroutinen wieder zurück und pushen für uns wichtige Segmente wie Deo und Dusche. Vor allem die Deo Kategorie erlebt ein All-Time-High und wächst sehr dynamisch im zweistelligen Bereich. Und dieses Wachstum wird sehr stark durch unsere Innovationen getrieben: Zum Beispiel die Nr. 1-Innovation bei Männer-Deos kommt heuer von Axe mit der neuen Variante Axe Epic Fresh. Sehr erfolgreich wächst auch weiterhin unsere Dove Zink Range. Mit unserer Rexona Maximum Protection Range konnten wir 2022 mit Wachstumsraten über 30 Prozent das Wachstum im Deo-Segment maßgeblich treiben. Aber auch im Dusch-Segment landen zwei unserer Innovationen unter den Top 3 im Männerbereich.

Wie hat sich Home Care entwickelt? 
Im Bereich Home Care kann Cif die Nr. 1 Marktposition in seinen Kernkategorien weiter ausbauen und gewinnt Marktanteile. Auch die Waschmittel Marke OMO kann Marktanteile ausbauen und so die Präsenz im Markt stärken. Für alle Home Care Produkte gilt, dass wir unsere Nachhaltigkeitsbestrebungen unverändert fortsetzen. Dabei haben wir uns vorgenommen, über unser Innovationsprogramm „Clean Future“ alle Wasch-, Putz- und Reinigungsmittel bis 2030 biologisch abbaubar sowie frei von nicht erneuerbarem Kohlenstoff herzustellen. Bis 2039 soll die gesamte Lieferkette der Kategorie von der Materialbeschaffung über die Produktion bis in die Verkaufsregale zudem nettoemissionsfrei werden.

Auf welche aktuellen Trends setzt Unilever?
Die für uns wichtigsten Trends, die unsere Kategorien betreffen, sind im Bereich Eiscreme und Foods die Themen Gesundheit beziehungsweise bewusste Ernährung - Stichwort „vegan“. Der Convenience-Aspekt in den Bereichen Foods und Home Care und über alle Kategorien hinweg das Thema Nachhaltigkeit. Mit unseren starken Marken liefern wir starke Antworten auf diese Trends und sind dadurch ein starker Partner für den Handel.

Wo liegen die Schwerpunkte für 2023?
Wir werden auch in 2023 auf diesen großen Trend-Themen aufsetzen, die alle langfristige gesellschaftliche Entwicklungen reflektieren. Das mit der gewohnten Innovationskraft von Unilever und in allen unseren Kategorien. Bewusste Ernährung und Gesundheit: Mittlerweile ist jedes fünfte unserer Produkte im Bereich Foods ein veganes. Das Interesse an veganer Ernährung wird weiter steigen und in der nächste Grillsaison werden vegane Saucen weiter an Bedeutung gewinnen. Convenience:  Ob im Bereich Fertiggerichte mit Snacking oder die einfache Dosierung von Waschmitteln - wir wollen das Leben der Konsumenten einfacher gestalten. Nachhaltigkeit: Bleibt generell ein absolutes Trendthema. Auch aktuelle Studien zeigen, dass das Interesse an nachhaltigem Konsum ein absolutes Top-Kriterium beim Einkaufen ist und bleibt. Dementsprechend investieren wir weiter in die Nachhaltigkeit unserer Produkte und setzen auch über entsprechende Themen-Promotions wichtige Impulse am POS. Denn davon sind wir überzeugt: Marken, die diese Trends abbilden, sind die Gewinner. Mit ihnen ist man auch am Markt erfolgreich. 

Auf welche aktuellen Trends setzt man bei Knorr? 
In den Foods Kategorien unterstützen wir das gesteigerte Bewusstsein für Ernährung und haben etwa mit den neuen Knorr Bio Suppen und Suppen Würfel unser Angebot Richtung Bio erweitert. Damit setzt Knorr auch immer wieder auf neue Konsumententrends und bestätigt damit die Zuwächse in den Corona Jahren. Gleichzeitig setzten wir mit Knorr auch auf neue Konsumgewohnheiten: Die Welt ist schnelllebiger, die Essgewohnheiten verändern sich und es wird immer häufiger gesnackt. 

Wie sehen sie den Snacking-Trend?
Der Snacking-Trend zeigt sich auch in den Zahlen. Der Fertiggerichte-Markt wächst – der Markt hat sich seit 2019 fast verdoppelt! Dazu kommt, dass nach wie vor viele Menschen im Home-Office arbeiten, sodass die Bedeutung von schnellen Mahlzeiten weiter zunimmt. Ein Trend, der vor allem von den Millennials angeführt wird, die knapp mehr als 20 Prozent der österreichischen Bevölkerung ausmachen. Je jünger die Konsumenten, umso häufiger wird gesnackt und (fast) täglich eine Hauptmahlzeit durch einen Snack ersetzt. 

Rechnen sie bei vegan mit weiteren Zuwächsen?
Der vegane Markt erlebt ein kontinuierliches Wachstum und dieser Trend wird sich auch in den nächsten Jahren fortsetzen. Deshalb setzen wir stark auf „vegan“ und haben auch unser Angebot im Bereich Dressings unter der Erfolgs-Marke Hellmann´s um sechs neue vegane Saucen erweitert. Wenn man von Ernährungstrends spricht, müssen wir natürlich eine weitere Unilever-Marke ganz besonders hervorheben: The Vegetarian Butcher. Mit den pflanzenbasierten Fleischalternativen schafft die Marke es, den Konsumenten neue Impulse für ihre Ernährung zu geben, dieses dynamische Segment im TK-Regal nochmal deutlich voranzutreiben und überproportional zu wachsen. 

Wie stellt man sich mit Inflationsangst und hohe Energiepreise auf die neuen Konsumgewohnheiten ein?
Starke Marken, die sich Vertrauen aufgebaut haben, schaffen Stabilität in der Krise. Sie geben Sicherheit in unsicheren Zeiten. Dazu kommt, dass wir beispielsweise mit Magnum auch Produkte anbieten, die man sich „gönnt“, die der kleine Luxus sind. Dass das so wahrgenommen wird, haben wir auch während der Corona-Pandemie gesehen.

Wird 2023 ein starkes Werbejahr?
Wir gehen daher sehr zuversichtlich in das Jahr 2023. Wir werden weiter auf Innovationen setzen, Kategorien entwickeln, in unsere Marken investieren – sowohl in die Produktqualität als auch in die Bewerbung. Wir sind ein starker Partner und starke Marken sind die Grundlage für das gemeinsame Geschäft. 

Danke für das Gespräch.


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